„„Bitter – das neue Süß“ – Leber und Seele regenerieren 

von Margot Fuchs

Das Buch „Bitter – das neue Süß“ Von Margot Fuchs
erschien im Jahr 2026 im Freya Verlag

Margot Fuchs kommt wie ich aus Vorarlberg, sie lebt dort in einem noch sehr naturnahen Gebiet, dem
Bregenzerwald. Ihre Heimat beschreibt sie als ihren persönlichen Kraftort und wichtigste Inspirationsquelle
Nach 18 Jahren in der Gastronomie entschied sie sich für einen neuen Weg und widmet sich seither mit
großer Leidenschaft der Kräuterheilkunde. Sie ist diplomierte Kräuterexpertin der Vereinigung FNL (Freunde
Naturgemäßer Lebensweise), zertifizierte Knospenexpertin, Buchautorin und Referentin. Seit vielen Jahren
vermittelt sie ihr Wissen in Seminaren und stellt hochwertige Kräuterprodukte her.

Bereits im Vorwort nimmt Margot Fuchs ihre Leser mit auf ihre persönliche Reise. Auslöser war ein
Zeitungsartikel über eine alte Vorstellung der Volksheilkunde: die Idee, dass die Natur dem Menschen genau
die Pflanzen zur Verfügung stellt, die er gerade braucht. Diese als Signaturenlehre oder Resonanzprinzip
bekannte Denkweise hat eine lange Tradition und zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch.
Auch wenn diese Sichtweise wissenschaftlich nicht belegt ist, regt sie zum Nachdenken an. Die Autorin
versteht sie vor allem als Einladung, die Natur vor der eigenen Haustür wieder bewusster wahrzunehmen.
Tatsächlich lässt sich aus ökologischer Sicht nachvollziehen, dass Pflanzen auf bestimmte Boden- und
Umweltbedingungen reagieren – auch wenn sie natürlich nicht mit einer gezielten Absicht wachsen.

Im Mittelpunkt des Buches stehen jedoch die Bitterstoffe selbst. Margot Fuchs beschreibt, welche Bedeutung
sie nach ihrer Auffassung für das Wohlbefinden haben und wie sie sich unkompliziert in den Alltag
integrieren lassen.
Dabei greift sie auch aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse auf. Bitterstoffe regen unter anderem die
Bildung von Speichel sowie Verdauungssäften an und unterstützen dadurch die Verdauung. Darüber hinaus
beschreibt die Autorin, welche positiven Auswirkungen Bitterstoffe ihrer Ansicht nach auf Stoffwechsel, Leber
und das allgemeine Wohlbefinden haben können.

Aus meiner Sicht besonders gelungen ist der hohe Praxisbezug. Das Buch stellt zahlreiche heimische
Wildkräuter wie Löwenzahn, Schafgarbe, Wegwarte oder Brennnessel vor und erklärt, wann sie gesammelt
werden können und wie sie sich verwenden lassen.
Zu jeder Pflanze gibt es eine übersichtliche Zusammenfassung mit Anwendungsgebieten, Inhaltsstoffen,
verwendeten Pflanzenteilen und praktischen Einsatzmöglichkeiten. Ergänzt werden die Pflanzenporträts
durch zahlreiche Rezepte sowie Schritt-für-Schritt-Anleitungen für Tees, Tinkturen, Oxymel und weitere
Kräuterzubereitungen. Auch Themen wie Räuchern mit Pflanzen oder Rituale zur bewussten
Entschleunigung finden ihren Platz.

Schon nach wenigen Seiten wird deutlich, mit wie viel Herzblut Margot Fuchs dieses Buch geschrieben hat.
Ihre Begeisterung für heimische Kräuter ist in jeder Zeile spürbar und überträgt sich schnell auf den Leser.
Statt trockenem Fachwissen erwartet den Leser ein leicht verständlich geschriebenes Buch, das neugierig
macht und Lust darauf weckt, den eigenen Garten oder die Natur mit offenen Augen zu erkunden.
Hinzu kommt die liebevolle Gestaltung. Zahlreiche Fotos lockern den Text auf und machen das Buch zu
einem Begleiter für alle, die sich intensiver mit heimischen Heilpflanzen beschäftigen möchten.
Natürlich bewegt sich Margot Fuchs bei einigen Themen auch im Bereich der Erfahrungsheilkunde. Nicht
jede ihrer Sichtweisen lässt sich wissenschaftlich eindeutig belegen. Das schmälert jedoch den
Gesamteindruck kaum. Denn das Buch erhebt nicht den Anspruch eines medizinischen Fachwerks, sondern
versteht sich als Einladung, traditionelle Kräuterkunde mit modernen Erkenntnissen zu verbinden und dabei
die Natur wieder bewusster wahrzunehmen.

Der Stil ist angenehm zu lesen und regt auch zum Nachdenken an, etwa über unsere starke Gewöhnung an „süß“. Kein rein wissenschaftliches Fachbuch, sondern eher ganzheitlich und praxisorientiert – was es für mich gerade ausmacht.

Auch erinnere ich mich wieder wie ein Referent bei meiner Ausbildung zur Kräuterpädagogin die Bitterstoffe beschrieb: „Wer Bitter nicht mag, hat Bitter Bitter nötig!“
Alles in allem eine klare Kaufempfehlung für einen kompakten, hilfreichen Ratgeber mit neuen Impulsen für eine bewusstere Ernährung

Kerstin Burtscher
(dipl. Kräuterpädagogin, Freizeitpädagogin, Kinder- und Teenieyogalehrerin)

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